Ihre Firmenwebsite ist ein paar Jahre alt, und Sie fragen sich, ob Sie sie überarbeiten oder neu bauen lassen sollten. Die Antwort hängt weniger vom Aussehen ab als von Technik, Inhalten und der Frage, ob die Seite heute noch zu Ihrem Geschäft passt. Diese Entscheidungsmatrix hilft beim Einordnen.
Wann reicht ein Update, wann braucht es einen Relaunch?
Ein Update reicht, wenn Technik und Aufbau in Ordnung sind und nur Inhalte, Bilder oder einzelne Funktionen veraltet sind. Ein Redesign ist sinnvoll, wenn die Technik trägt, die Gestaltung aber nicht mehr zu Ihrem Unternehmen oder zu Handybildschirmen passt. Neu bauen sollten Sie, wenn die Software dahinter keine Sicherheitsupdates mehr bekommt, sich kaum noch ändern lässt oder die Seitenstruktur grundsätzlich nicht mehr zu Ihrem Angebot passt.
Die drei Möglichkeiten im Überblick
| Weg | Was sich ändert | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Update | Texte, Bilder, Kontaktdaten, einzelne Seiten, Softwareupdates | die Seite technisch gepflegt ist und Ihr Angebot im Kern gleich geblieben ist |
| Redesign | Gestaltung, Navigation, Darstellung auf dem Handy, Seitenaufbau | das System dahinter aktuell ist, die Seite aber veraltet wirkt oder schlecht bedienbar ist |
| Neubau | Technik, Struktur, Inhalte und Gestaltung | das System veraltet ist, Änderungen unverhältnismäßig teuer werden oder sich Ihr Geschäft deutlich verändert hat |
Woran erkennen Sie, dass die Technik nicht mehr trägt?
Die Technik ist das stärkste Argument für einen Neubau, weil sie sich von außen kaum erkennen lässt. Prüfen Sie oder lassen Sie prüfen, ob das Redaktionssystem, seine Erweiterungen und die PHP-Version noch Sicherheitsupdates erhalten.
- Veraltete Software: Läuft die Seite auf einer PHP-Version oder einem CMS-Stand ohne Sicherheitsupdates, werden neu entdeckte Lücken nicht mehr geschlossen.
- Verwaiste Erweiterungen: Plugins oder Themes, die seit Jahren niemand mehr pflegt, blockieren oft das Update des ganzen Systems.
- Keine Zugänge: Niemand weiß mehr, wo die Seite liegt, wer die Domain verwaltet oder wie man sich anmeldet.
- Kein Backup: Es gibt keine Sicherung, die schon einmal erfolgreich zurückgespielt wurde.
- Jede Änderung ist ein Projekt: Eine neue Seite oder ein geänderter Text braucht jedes Mal einen Entwickler und mehrere Tage.
Treffen mehrere Punkte zu, kostet das Weiterbetreiben oft mehr als ein sauberer Neuanfang. Ist nur einer davon betroffen, lässt er sich meist gezielt beheben.
Entscheidungsmatrix zum Durchgehen
Gehen Sie die Fragen der Reihe nach durch. Die rechte Spalte zeigt, in welche Richtung die Antwort zeigt.
| Frage | Wenn ja |
|---|---|
| Erhalten System, Erweiterungen und PHP-Version noch Sicherheitsupdates? | Update oder Redesign möglich |
| Lässt sich das System ohne größere Umbauten auf den aktuellen Stand bringen? | Update oder Redesign möglich |
| Passt die Seitenstruktur noch zu Ihren heutigen Leistungen? | Update oder Redesign |
| Ist die Seite auf dem Handy gut lesbar und bedienbar? | Update reicht oft |
| Wirkt die Gestaltung veraltet oder passt nicht mehr zu Ihrem Auftritt? | Redesign |
| Haben sich Zielgruppe oder Angebot grundlegend geändert? | Neubau prüfen |
| Wollen Sie Inhalte künftig selbst pflegen oder ganz abgeben, anders als heute? | Neubau prüfen |
| Ist das System veraltet und nur mit großem Aufwand zu aktualisieren? | Neubau |
Die Matrix ersetzt keinen Blick in die Technik, zeigt aber, worüber Sie mit einem Dienstleister sprechen sollten.
Was ist bei einem Neubau zu beachten?
Bei einem Neubau geht es um mehr als neue Seiten. Damit Besucher, Suchmaschinen und Ihre E-Mail weiter funktionieren, sollten einige Punkte geplant sein.
- Weiterleitungen: Ändern sich Adressen einzelner Seiten, leiten Sie die alten Adressen dauerhaft (Statuscode 301) auf die neuen weiter. Sonst landen Besucher aus Suchergebnissen und Lesezeichen auf einer Fehlerseite.
- Inhalte prüfen: Übernehmen Sie, was gut ist und noch stimmt. Veraltete Seiten können wegfallen, wenn ihre Adressen weitergeleitet werden.
- Domain und E-Mail: Klären Sie vorher, wo Domain und Postfächer verwaltet werden. Ein Umzug der Website darf die E-Mail nicht unterbrechen.
- Pflichtangaben: Impressum, Datenschutzerklärung und gegebenenfalls Einwilligungen müssen zur neuen Technik passen.
- Betrieb: Legen Sie fest, wer nach dem Livegang Updates, Backups und Änderungen übernimmt. Sonst steht die neue Seite in ein paar Jahren vor derselben Frage.
Was kostet welche Variante?
Ein Update ist meist nach Aufwand in Stunden abgerechnet. Ein Redesign oder Neubau wird in der Regel als Projekt mit festem Umfang angeboten. Die laufenden Kosten für Hosting und Wartung kommen bei allen drei Wegen dazu.
Zur Orientierung unsere eigenen Preise, jeweils netto zuzüglich Umsatzsteuer: Eine Website mit bis zu 5 Seiten ab 990 €, eine umfangreichere Unternehmenswebsite ab 2.490 €, individuelle Projekte ab 5.000 €. Hosting kostet ab 19 € im Monat, Wartung ab 59 € und Wartung Plus ab 149 € im Monat, jeweils mit 12 Monaten Mindestlaufzeit und danach monatlich kündbar. Was im Einzelnen enthalten ist, steht bei den Website-Paketen und Preisen.
Welche Variante für Ihre Seite reicht, lässt sich erst nach einem Blick auf Technik und Inhalte sagen. Eine pauschale Empfehlung ohne diese Prüfung wäre geraten.
Wo liegen die Grenzen eines reinen Redesigns?
Ein Redesign ändert die Oberfläche. Ist das System darunter veraltet, bleibt das Sicherheitsproblem bestehen, auch wenn die Seite moderner aussieht. Umgekehrt lohnt ein Neubau selten, wenn die Technik gepflegt ist und nur die Gestaltung stört. Lassen Sie deshalb zuerst den technischen Zustand prüfen und entscheiden Sie dann über die Gestaltung.
Checkliste vor dem Gespräch
- Zugänge zu Domain, Hosting und Redaktionssystem gesammelt
- Bekannt, welches System und welche PHP-Version laufen
- Liste der Seiten, die bleiben, wegfallen oder neu hinzukommen
- Ziel der Seite in zwei Sätzen beschrieben
- Entschieden, wer die Seite künftig pflegt
Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg für Ihre Seite passt, sehen wir uns den Bestand gemeinsam an. Mehr zum Vorgehen steht unter Webentwicklung.
Fragen zu diesem Thema?
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Dieser Beitrag ist eine technische Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Primärquellen.